Ich hatte einen kleinen Sohn. Marco. Er war mein ein und alles als er am 12.Sept. 1994 geboren wurde. Alles ging gut bei der Geburt. Ich habe meine Frau im Kreißsaal unterstützt. Der Arzt und die Hebamme sagten, dass alles in Ordnung sei. Fünf Tage später, kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus sagte dann der Kinderarzt, dass ihm irgendetwas nicht ganz gefällt und wir sollten noch eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Dafür wurde Marco in eine andere Klinik gebracht, zu einem Spezialisten. Dieser sagte uns dann, dass Marco ein so genanntes hypoplastisches Linksherz habe und dass er wahrscheinlich nur noch kurze Zeit zu leben hätte. In diesem Moment brach für mich die Welt zusammen. Marco wurde dann in ein anderes Krankenhaus überstellt, wo eine moderne Kinderstation war. Er bekam ein Einzelzimmer. Ich glaube, ich habe damals mit allen Herzkrankenhäusern in Mitteleuropa telefoniert. Überall sagte man mir das Selbe, nämlich dass man da nichts machen kann. Ich war mit meiner Frau jeden Tag von morgens bis abends bei ihm. Ich habe ihn stundenlang im Arm gehalten und habe mit ihm geredet. Nebenbei habe ich noch über sehr viele Umwege einen Pfarrer organisiert, der ihn im Krankenhaus taufte. Danach wusste ich: Jetzt kann ihm nichts Schlimmes mehr passieren. Am 28. September dann kam kurz vor Mitternacht der Anruf aus dem Krankenhaus. Marco war eingeschlafen und sein kleines Herz hörte auf zu schlagen. Sein Taufpate trug seinen kleinen Sarg bei der Beerdigung in die Kirche. Ich hätte die Kraft nicht gehabt. Nur 16 Tage lang war er hier, aber diese 16 Tage werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen.

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Was man nicht verhindern kann, ist,
dass geliebte Menschen uns irgendwann verlassen.
Aber man kann verhindern, dass sie in Vergessenheit geraten, irgendwann.
Sonja Abels
Buchtipp:
„Medizin kann den Tod hinauszögern, das Sterben aber nicht ersparen“ Bericht von Radio Vatican vom 25.8.2011 (pdf)
